Die Idee, dass eine Armbanduhr direkt Signale von einem Smartphone empfangen und anzeigen kann ist eigentlich simpel. Nur war darauf bis dato noch niemand gekommen. Pebble hat es als erstes Unternehmen realisiert. Für das erste Kickstarter Projekt kamen innerhalb von 10 Tagen mehr 10 Millionen Dollar zusammen. Es dauerte mehr als zwei Jahre bis die Pebble classic auf dem Markt war. Sie sah nicht besonders schön aus, aber ihre Technik war verblüffend simpel und gelungen. E-Paper Display, eine offene Software, mit der Dritte Apps entwickeln konnten - alles das traf den Nerv der Szene.

So konnte die Pebble 1 nicht nur vieles anzeigen, wofür man sonst das iPhone aus der Tasched holen musste, sondern weitere Apps konnten direkte Anfragen über das iPhone ans Netz stellen und Infos sammeln.

Diese Idee war so überzeugend, dass Apple sie klauen musste und seine Watch entwickelte. Aber dabei haben sie es übertrieben und eher ein teures schickes Spielzeug entwickelt. Touchscreen auf eine Armbanduhr und ein eigene iOs mit zu vielen Applikationen machen die Apple Watch zwar interaktiver, bunter - aber auch klobiger und die Akkulaufzeit dramatisch kürzer. Eine Uhr ist nicht wirklich das Geräte, auf dem man stundenlang herumfingern will.

Pebble blieb seiner Idee treu. Dutzende andere Hersteller zogen nach. Der Markt für Smartwatches boomte, mit dem Effekt der Kannibalisierung.

Pebble brachte danach vor allem im Design, der Akkulaufzeit und des Speicherplatzes sehr gelungene weitere Uhren auf dem Markt: Pebble Steel, Pebble Round, Pebble Time. Jedesmal mit neuen Kickstarter-Rekorden.

Nun stand die nächste Runde an: die Pebble 2 und ein Pebble Core, ein kleines UMTS/GPS-Tool, das als Verbindungsstation erlaubt, das iPhone auch mal zu Hause zu lassen. 

Doch nun ist Schluß. Anscheinend sind die Marktbedingungen inzwischen so krass, dass Pebble verschuldet ist und einen Ausweg suchen musste. Ausgerechnet Fitbit, die bisher nur durch Fitnessarmbänder im Billigbereich aufgefallen sind, war anscheinend bereit, Pebble zu kaufen. Allerdings auch nur die Software-sparte. Die Herstellung der Uhren ist ab heute Geschichte.

Damit geht ein Kapitel Technikentwicklung traurig zu Ende.

Was waren die Gründe? Hat Pebble seine Uhren zu billig verkauft? 250€ für eine Pebble Time Steel wurden schon als teuer bewertet. Komisch. Dass Apples Uhren ab 600 bis gerne 900 € kosten gilt als normal.

Noch gibt es die letzten Pebble Uhren bei Amazon oder auch mal im Mediamarkt. Man kann sich schnell noch eine sichern. Ich habe das getan und meine dritte Pebble geholt. Auch wenn ich nicht weiß, wie lange die Software noch funktionieren wird. Vielleicht raffen sich ja ein paar Nerds aus der Fangemeinde auf, und halten Pebble am Leben?