Wir allen haben mit großem Vergnügen "1913" gelesen. Mit nostalgischer Bewunderung erinnern wir die Zeit der (vorletzten) Jahrhundertwende, ohne dabei gewesen zu sein. Die letzten Jahre der k.u.k. Monarchie, die französische Boheme, das Berlin der Cafés und Künstler, Kokoschka, der verrückt war nach Alma Mahler, der erste Flug über den Ärmelkanal, der Skandal zur Uraufführung von Le Sacre, Gustav Klimt, Malewitsch`s Abstraktionen...usw. 

Philip Blom lässt diese Zeit in seinem wunderbaren Buch auferstehen und er hat neue unbekannte Details aus seinem unglaublichen Quellenstudium zu erzählen. Er nimmt uns mit auf eine Reise durch diese Jahre und kreuz und quer durch ganz Europa. Das ist wunderbar. Manches kennt man, vieles ist neu und erstaunlich. Aber damit belässt er es nicht. Hinter all diesen Geschichten deckt er Zusammenhänge auf, wagt Thesen, die er schlüssig erläutert und präsentiert so einen neuen Blick auf diese Zeit, die eben nicht nur von einem nie dagewesenen Aufbruch sondern ebenso von einer tiefen Verungsicherung der Menschen und ganzer Gesellschaften geprägt war.

Das alles ist ebenso spannend wie unterhaltsam zu lesen und könnte so noch hundert Seiten mehr fortdauern.